Neue Studie zur Rolle der Ordnungspolizei im NS-Terrorapparat.
Die Baumgart-Stiftung für Zeitgeschichte fördert die Veröffentlichung der Monografie von Sascha Steger, die im Juni 2026 im Metropol-Verlag erscheint, durch einen Druckkostenzuschuss.
Umschlagabbildung: Kurt Daluege (im Auto stehend) inspiziert Ordnungspolizisten im Einsatz in den besetzten sowjetischen Gebieten, vermutlich Lettland, Sommer 1941. BArch, Bild 121-1120.
Kurt Daluege gehörte zu den mächtigsten Männern des nationalsozialistischen Verfolgungs- und Terrorapparates. Als Chef der Ordnungspolizei integrierte er die ihm unterstellte Organisation in den NS-Staat und beschleunigte ihre Verschmelzung mit der SS. Durch rigorose Zentralisierung und Militarisierung baute er die uniformierte Polizei zu einem entscheidenden Instrument der NS-Herrschaft aus. Während des Zweiten Weltkrieges war Daluege ein zentraler Organisator der Gewalt.
Einheiten der Ordnungspolizei beteiligten sich maßgeblich am millionenfachen Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden und an weiteren Massenverbrechen.
Diese Studie beleuchtet erstmals umfassend die Biografie Kurt Dalueges und verbindet sie konsequent mit der Organisationsgeschichte der uniformierten Polizei des NS-Staates. Sie zeigt, dass die Ordnungspolizei und ihre führenden Akteure eine Schlüsselrolle im SS- und Polizeiapparat spielten und weitaus stärker als bislang angenommen zur Aufrechterhaltung des Regimes, zur Sicherung der deutschen Besatzungsherrschaft und zur Umsetzung der nationalsozialistischen Mordpolitik beitrugen.
Die Monografie basiert auf der Dissertationsschrift des Autors Sascha Steger, die er 2024 an der Universität Potsdam verteidigt hat.
Sie erscheint im Juni 2026 im Metropol-Verlag und kann hier vorbestellt werden: